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10.07.2020, 16:50 Uhr
Bienen und Landwirtschaft sichern die Nahrung
Erwin Rüddel traf sich mit Vertretern der Stände zum Informationsgespräch
Altenkirchen. - „Landwirtschaft und Bienenzucht sind zwei Seiten einer Medaille – man braucht einander. Wo Obstbäume und Wiesen blühen, sind auch Bienen. Denn das eine bedingt das andere. Deshalb initiieren Imker und Landwirte blühende Flächen“, konstatierte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel bei einem Austausch mit Vertretern von Landwirtschaft und Imkerei.
„Die Landwirtschaft im Landkreis Altenkirchen würde sich wünschen, dass ihre Leistungen in der Lebensmittelerzeugung sowie im Landschafts- und Umweltschutz mehr Wertschätzung erfahren“, äußerte der Geschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e.V., Markus Mille.

Dass die Landwirtschaft für viele Probleme im Umweltbereich verantwortlich gemacht werde, entspreche, gerade im Kreis AK, nicht den tatsächlichen Verhältnissen. „Hier herrscht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Lebensmittel produzierender, ökologisch orientierter Landwirtschaft und einer Landwirtschaft, die insbesondere und in erster Linie Naturschutzleistungen in den Blick nimmt“, befanden unisono Markus Mille und für die Kreisbauernschaft deren Vorsitzender Josef Schwan.

Die kritische Rezension der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit habe zusammen mit den dauerhaft niedrigen Erzeugerpreisen zur Folge, dass sich die Nutztierhaltung auch aus dem Landkreis Altenkirchen in nicht unerheblichem Maße zurückzieht.

„Während die Schweinehaltung im Kreis fast vollständig verschwunden ist, nimmt mittlerweile auch die Zahl der Rinder haltenden Betriebe ab. Dies ist auch deshalb bedenklich, weil die landwirtschaftliche Fläche im AK-Land zu mehr als zwei Drittel aus Grünland besteht, das insbesondere durch Rinder- und Schafhaltung wirtschaftlich nutzbar zu machen ist und dessen Erhaltung gleichzeitig die Nutztierhaltung voraussetzt“, so Josef Schwan.

Er wies darauf hin, dass die Landwirtschaft im Kreis Altenkirchen von kleinen, familiengeführten Landwirtschaftsbetrieben geprägt ist, die, beispielsweise beim Wasserschutz, mit stetig zunehmenden und kostenträchtigen Auflagen konfrontiert und dadurch auch oft überfordert seien. Benannt werden müssten zudem die erheblichen FFH- und Vogelschutzgebiete im Kreis.

Nach Ausführungen von Schwan drohe durch das geplante Insektenschutzgesetz, dass in diesen Gebieten die Bewirtschaftungsmöglichkeiten pauschal und ohne jede Prüfung einer konkreten Notwendigkeit eingeschränkt werden: „Dadurch verlieren die landwirtschaftlichen Flächen an Wert.“ Gleichwohl habe die Landwirtschaft auch die Imkerei und deren Belange im Blick. Beides gehöre zusammen und ließe sich vortrefflich umsetzen.

Ulrich Müller, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Wissen, begrüßte ausdrücklich das Anlegen von Blühstreifen seitens der Landwirtschaft und Kommunen zur Erhaltung der Artenvielfalt unter den Insekten: „Die Leistung der Bestäubung durch Wildbienen, Hummelarten und Honigbienen bedeutet einen wichtigen Beitrag zur Ernte. Aufgrund der Insektenbestäubung wird der Ernteertrag nicht nur deutlich gesteigert, sondern er fördert auch die Fruchtbildung.“

Die Spitzenqualität des Honigs in der Region sei geprägt durch die Vielfältigkeit des Landschaftsbildes von Feld, Wald und Wiese. Die Trockenheit der vergangenen Jahre und im zurückliegenden Frühjahr habe auch bei der gesamten Imkerei zu Ernteeinbußen geführt.

„Verbesserungswürdig sind auf jeden Fall Absprachen zwischen Imkerei und Landwirtschaft bezüglich der Einbringung von Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden, beispielsweise durch Nutzung von Dropleg-Spritzgeräten und dem Zeitpunkt der Spritzintervalle“, merkte Müller an mit der Feststellung, dass es bislang bedauerlicherweise nur eingeschränkte Vernetzungsmöglichkeiten im Zusammenspiel von Imkerei und Landwirtschaft gebe, und er nannte leicht zugängliche Übersichten zu Bienenstandorten.

Spontan vereinbarten Ulrich Müller und Josef Schwan die Verbesserung der Kommunikation zwischen Imkerei und Landwirtschaft in bevorstehenden Mitgliederversammlungen zu thematisieren.

„Gerade für die Sicherstellung der Ernährung sind beide, Landwirtschaft und Imkerei, nicht bloß nützlich, sondern unverzichtbar. Die Belange von beiden Ständen sind miteinander vereinbar und ergänzen sich prima. Deshalb muss mit- und nicht gegeneinander kommuniziert und der Landwirtschaft sowie der Imkerei Anerkennung und Wertschätzung zuteil werden“, bekräftigte Erwin Rüddel.


Im Bild: Vor dem Rapsfeld des Milchhofs Höfer und dem vereinseigenen Bienenschaukasten in der Wingendorfer Gärtnerei tauschten sich (v.li.) Markus Mille, Josef Schwan, Ulrich Müller und Erwin Rüddel aus
(Foto: Reinhard Vanderfuhr / Büro Rüddel)

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